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Firmenbuch: 497147 z

Handelsgericht Wien

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Rohstoffhandel

Situation:

  • Wenige Rohstoffkonzerne sind die Herren der Globalisierung

  • Rohstoffkonzerne übernehmen immer mehr Teile der Produktionskette bei der Verarbeitung von Rohstoffen

  • Rohstoffkonzerne sind meist in Drittländern ansässig

  • Die Abwicklung der Geschäfte erfolgt meist in Steueroasen

  • Die Rohstoffmärkte sind finanzialisiert und die Preise haben in den wenigsten Fällen mit Angebot und Nachfrage zu tun

  • Rohstoffkonzerne sind auch Akteure am Finanzmarkt und legen eigene Fonds auf, zwecks Absicherung der physischen Waren

  • Rohstoffhandel und Finanzwirtschaft verdienen an stark schwankenden Märkten

Auswirkung:

  • Marktbeherrschende Stellung und Korruption im Rohstoffhandel

  • Kartellbildung und damit Preisbestimmung

  • Ausbeutung der Bevölkerung der rohstoffliefernden Länder

  • Die Erträge der Rohstoffe kommen in den wenigsten Fällen der Bevölkerung zu Gute

  • Keine gesetzliche Handhabe gegen diese Rohstoffkonzerne

  • Preismanipulation durch Eigentümerschaft der Hedgefonds

  • Steuer und Wertschöpfung meist in den Offshore Gesellschaften

Detail:

Das Ziel der Rohstoffhändler ist es, so billig, wie möglich Waren zu kaufen und so teuer, wie möglich zu verkaufen. Das wäre ja soweit in Ordnung, wenn da nicht die marktbeherrschende Stellung der Rohstoffkonzerne wäre und die damit verbundene Korruption. Diese Handelsgesellschaften werden immer größer und übernehmen immer mehr die Produktionsgesellschaften, dadurch kommt es auch im internationalen Rohstoffmarkt zur Kartellbildung. Damit gehört die Zukunft den großen Mischkonzernen, die alle Erfordernisse abdecken können.

 

Die Großen der Branche sind bereits heute Produzenten, Händler, Industrielle und Finanziers. Somit handeln diese Konzerne bereits mit Finanzdienstleistungen und spekulieren damit auf die Produkte, die sie produzieren und mit denen sie handeln.Diese Handelsgiganten sind die Herren des Spiels und dominieren die Globalisierung.

Sehen wir uns die Situation am Beispiel der beiden afrikanischen Wirtschafts- und Währungsraume an. Die West-Afrikanische Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA (Senegal, Guinea-Bissau, Mali, Elfenbeinküste, Burkina Faso, Togo, Benin und Niger) und die Zentral-Afrikanische Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft CEMAC (Tschad, Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun, Republik Kongo) haben gemeinsam mit etwa 159 Mio. Einwohner 13% des Bevölkerungsanteiles, jedoch nur 8% der Wirtschaftsleistung Afrikas. Denn die Länder haben sich auf den Verkauf von unverarbeiteten Rohstoffen spezialisiert, wobei wenig Mehrwert entsteht.

 

Beide Räume haben den CFA-Franc, dessen Wechselkurs an den Euro gekoppelt ist und damit können diese Länder ihre Währung nicht abwerten. Dadurch ist ihre nationale Souveränität eingeschränkt und sie sind wenig wettbewerbsfähig beim Export. Die Bindung macht den CFA-Franc zu einer starken Währung in einem Umfeld von afrikanischen Entwicklungsländern. Zusätzlich müssen die Länder 50% ihrer Währungsreserven bei der französischen Notenbank hinterlegen. Das stärkt lediglich ausländische Investoren.

 

Die Landwirtschaft ist großteils industrialisiert und produziert Baumwolle, Kakao, Kaffee, Palmöl, Kautschuk und Südfrüchte. Der Export dieser Rohstoffe beträgt je nach Land zwischen 20% und 94% Einnahmen. Weitere wichtige Einnahmequellen sind mineralische Bodenschätze (Gold, Phosphat, Uran, Diamanten, Mangan, …) sowie Erdöl oder Erdgas. So kommen beispielsweise 80% der Exporteinnahmen in Äquatorialguinea, Gabun und der Republik Kongo vom Erdöl. All diese Rohstoffe werden unbearbeitet über die Häfen von Dakar, Abidjan und Douala exportiert. Das macht all diese Länder abhängig von den stark schwankenden weltweiten Rohstoffmärkten.

 

Der Raubbau an Rohstoffen ist in der Hand von internationalen Konzernen, die wenig Interesse an der Entwicklung der Länder haben. Vielmehr steht der Profit im Zentrum des Interesses, so hat der Handel unter den Ländern einen Anteil von lediglich 19% bei UMEOA und 7% bei CEMAC. Wo hingegen der Handel mit der Euro-Zone 60% beträgt. Mangels einer wettbewerbsfähigen Industrieproduktion in den Ländern, werden die meisten Fertigprodukte und Konsumgüter aus Asien, Europa und Nigeria importiert. Mit dem Ergebnis, dass die Länder von der UNO zu den am wenigsten entwickelten Ländern gezählt werden. Und beim Index zur menschlichen Entwicklung (BIP, Lebenserwartung, Bildungsniveau) zählen diese Länder zu den Schlusslichtern