Massentierhaltung

1.Rinder und Schweinmastindustrie

Situation:

  • 98% des Fleisches im Handel werden in der Massentierhaltung hergestellt

  • Dabei steht die industrielle Fleischproduktion steht im Vordergrund, der Körper des Tieres ist Produktionsmittel

  • Tausende Tiere werden auf engstem Raum gehalten

  • Diese Tierfabriken werden von der Politik subventioniert

  • Das Leben dieser Tiere dient nur dem Endzweck, so viel essbares Fleisch wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich abzuwerfen

  • Die Züchter und Bauern verdienen kaum mehr etwas

  • Die Verbraucher sehen das Leid der Tiere nicht

Auswirkung:

  • Verschmutzung der Umwelt durch Überdüngung und Gülle

  • Belastung der Umwelt durch Keime aus der Massentierhaltung

  • Kraftfutter hat negative Auswirkungen auf die Rinderzucht, z.B. steigt die Keimzahl im Rindermagen um das 300-fache und dadurch werden häufig Krankheiten bei Mensch und Tier ausgelöst

  • Es werden vornehmlich Hybrid-Rassen von der Industrie gezüchtet, die wiederum nur auf Ertrag gerichtet sind, auch im Bio Bereich

  • Hormone sind als Wachstumsförderer im Einsatz, die sich im Fleisch wiederfinden (in der EU verboten, in Drittländern nach wie vor in Verwendung)

 

2.Geflügelindustrie

Situation:

  • Die Produktion erfolgt durch Großkonzerne

  • In Schlachtanlagen der deutschen Industrie für Hühner mit über 1000 Mitarbeitern werden 27.000 Hühner pro Stunde geschlachtet (135 Millionen Hühner pro Jahr)

  • Für den Aufbau erhalten die Konzerne EU Subventionen

  • Diese Konzerne haben für die Mast „Bauern“ unter Vertrag

  • Zur Zucht werden Hybridhennen verwendet (männliche Tiere werden getötet)

  • Bis zu 40.000 Hühner pro Stall (30 Tiere pro qm)

  • Ställe ohne Tageslicht

  • Kraftfutter für unnatürlich rasches Wachstum wird verwendet

  • 97% der Hühner erhalten Antibiotika

  • Masthühner leben 32 Tage und wiegen im Schnitt 1,6kg

Auswirkung:

  • Umweltschäden durch Überdüngung und Gülle rund um die Mastanlagen

  • Nicht artgerechte Tierhaltung

  • Massive Überproduktionen in der EU

  • Entstehung von antibiotikaresistenten Keimen, in der EU rechnet man dadurch mit 25.000 Toten

Detail:

Die Öffentlichkeit sieht die Zustände in der Massentierhaltung nicht. Schon gar nicht ist auf der Verpackung „Fleisch aus Qualzucht“ gekennzeichnet. Zudem wird die Qualzucht von der EU in Form von Futtermitteln oder Gründungszuschüssen subventioniert.

In der Landwirtschaft besteht seit Jahrzehnten ein starker Kostendruck. Die Erzeugerpreise stagnieren oder fallen sogar. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden daher die Leistungen der Nutztiere kontinuierlich gesteigert. Die Tiere wurden auf einseitige Höchstleistungen gezüchtet Da nicht mehrere dieser Maximalleistungen an einem Tier möglich sind, wurden getrennte Rassen bzw. Kreuzungen gezüchtet (Milch- und Fleischrassen bei Rindern, Vater- und Mutterrasse bei Schweinen, Lege- und Masthybriden bei Hühnern).

 

Die zunehmenden Leistungen belasten den Organismus der Tiere immer mehr. Leistungsbedingte Gesundheitsstörungen sind häufig festzustellen. Zu den wichtigsten gehören bei Milchkühen Fruchtbarkeitsstörungen, Euter- und Klauenentzündungen, bei Säuen Fruchtbarkeitsstörungen und Lahmheiten, bei schnell wachsenden Mastschweinen und Mastgeflügel (Hühner, Puten) Herz- Kreislaufprobleme und Beinschäden (wie z.B. Gelenkserkrankungen). Die Zucht auf übergroße Brustmuskulatur bewirkt, dass Hühner und Puten nicht mehr normal laufen können.

 

Zudem sind starke Verhaltenseinschränkungen festzustellen. So bewegen sich Hühner und Puten im Verlaufe der Mast immer weniger und liegen meistens auf der feuchten Einstreu, was Hautentzündungen begünstigt. Ferner sind Hühner kaum noch in der Lage, erhöhte Sitzstangen anzufliegen oder Ausläufe zu nutzen. Puten werden aufgrund der Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern künstlich besamt, weil sonst eine erhöhte Verletzungsgefahr für die kleineren Hennen besteht.

 

Darüber hinaus hat die Hochleistungszucht zu einer starken Abnahme der Biodiversität geführt, sowohl durch einen Rückgang alter Rassen mit niedrigeren Leistungen, als auch einem Anstieg der Inzucht innerhalb der Hochleistungsrassen. Die genannten Gesundheits- und Verhaltensprobleme sind oft tierschutzrelevant im Sinne des Tierschutzgesetzes.

 

So sind akute Entzündungen oft mit Schmerzen verbunden und bei Verhaltensstörungen wird von Leiden bei den Tieren ausgegangen. Studien zeigen, dass ca. 55 – 90 % der Masthühner und Puten oft schmerzhafte Gelenkerkrankungen aufweisen. Ebenso hoch stellen sich entsprechende Gelenksveränderungen bei Mastschweinen dar. Das jugendliche Skelett kann den enormen Fleischzuwachs der Masttiere nicht ausreichend tragen. Ein weiterer Effekt der Hochleistungszucht ist die immer kürzere Lebensspanne der Zuchttiere.

 

Legehennen werden fast immer nur ein Jahr genutzt. Die hohe Legeleistung begünstigen Entzündungen der Legeorgane und der hohe Kalziumbedarf für die Eierschalen Osteoporose. Die Nutzungsdauer der Milchkühe hat sich in den letzten 40 Jahren etwa halbiert, die Kühe bekommen im Schnitt nur noch ca. 2,5 Kälber. Zuchtsäue werden im Durchschnitt keine drei Jahre mehr alt. Zu den wichtigsten Gründen für die Schlachtung gehören Fruchtbarkeitsprobleme, welche mit der hohen Anzahl Ferkel im Jahr zusammenhängen. Insgesamt hat sich das Leben der Nutztiere in den letzten Jahrzehnten nicht verbessert.

 

Die kontinuierlich wachsenden Tierbestände führen zu einer Intensivierung bei den Haltungsbedingungen (z.B. einstreulose Haltung vieler Tiere auf engem Raum) mit entsprechenden Tierschutzproblemen. Die ständig steigenden Leistungsanforderungen belasten die Tiergesundheit und das Tierwohl in immer stärkerem Maße

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