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Handelsgericht Wien

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Lebensmittel-Kennzeichnung

Situation:

  • Herkunft und Inhalt der Nahrungsmittel sind nicht bekannt und nicht nachvollziehbar

  • Bei Obst und Gemüse ist nicht bekannt welche Pestizide in welchem Ausmaß verwendet wurden

  • Mehr als 4000 Substanzen werden den Lebensmitteln beigemischt, nur 400 müssen per Gesetz als Lebensmittelzusatzstoffe gekennzeichnet werden

  • Komplexe Chemie und biochemische Substanzen als Inhaltsstoffe

  • Die Inhalts- und Zusatzstoffe auf den Verpackungen sind den meisten Konsumenten unbekannt

  • Einige Produkte schädigen gar den Konsumenten (Lebensmittelskandale als Spitze des Eisberges)

  • Eine Vielzahl von Lebensmittelgütesiegel oder Biosiegel, deren Bedeutung nicht bekannt ist

Auswirkung:

  • Der durchschnittliche Verbraucher hat keine Chance im Alltag die Inhaltsstoffe zu erkennen und zuzuordnen

  • Verbraucher sind verunsichert, laut einer Studie des Deutschen Bundesverbandes der Verbraucherzentralen aus 2013 sind zwei Drittel aller Konsumenten überzeugt „übers Ohr gehauen zu werden“

Detail:

Über 400 Lebensmittelzusatzstoffe wurden europaweit erfasst und definiert. Sie müssen deklariert werden, wenn sie im Lebensmittelvorhanden sind. Darüber hinaus verfügt die Industrie über ein Arsenal von mehr als 4000 weiteren Stoffen, Enzymen und biochemischen Zusätzen, die in aufwendigen Verfahren gewonnen werden und nicht deklariert werden müssen.

 

Es werden chemische, biochemische und physikalische Systeme bzw. Reaktionsmechanismen genutzt, die Hightech sind und die der Konsument kaum kennt, außer er ist Lebensmittelchemiker. Die EU (EFSA) sieht ihre Aufgabe darin, festzulegen welche Mindestinformationen der Verbraucher bekommen muss.

 

Es gibt jedoch eine Reihe von allergischen und pseudo-allergischen Reaktionen bei Konsumenten aufgrund von Lebensmittelzusatzstoffen, bei denen der Konsument nicht einmal weiß, dass sie enthalten sind. Und ein Gutteil der zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe sind gesundheitlich umstritten, wie zum Beispiel Farbstoffe. Auch ist oft der Packungsinhalt weit von dem entfernt was auf der Verpackung angepriesen wird.

 

Für die wenigsten Lebensmittel ist eine Herkunftskennzeichnung vorgeschrieben. 2010 wollte das Europaparlament weitergehende Angaben für mehr Produkte zur Pflicht machen – scheiterte jedoch am Lobby-Druck der Lebensmittelindustrie, die vor allem bei den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten Gehör fand. Die damalige Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner initiierte lediglich ein freiwilliges „Regionalfenster“. Doch wie das bei freiwilligen Angaben so ist: Wer schwindeln will, schwindelt weiter – und verzichtet eben auf genaue Herkunftsangaben.

 

Es war geplant die Lebensmittelampel in Europa einzuführen, was der Lebensmittelindustrie schaden würde, weil dann ersichtlich wird, wieviel Zucker enthalten ist. Die Lobby-Industrie investierte darauf hin EUR 1 Mrd. um die Lebensmittelampel zu verhindern.

 

Bei Frischeprodukten, wie Obst und Gemüse, gibt es keine Kennzeichnungspflicht, welche Herbizide, Fungizide oder Pestizide in welchem Ausmaß verwendet wurden. Es kommt immer wieder vor, dass Obst und Gemüse aus den Regalen genommen werden müssen, weil bei Stichkontrollen eine zu hohe chemische Belastung festgestellt wird. Wie zum Beispiel bei zu hohen Werten des Wachstumsregulators Ethephon.