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Handelsgericht Wien

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Futtermittelindustrie

Situation:

  • Damit der Fleischpreis wettbewerbsfähig bleibt, wird in Europa billiges Futtermittel aus Brasilien, Argentinien oder den USA verwendet

  • Futtermittelpflanzen sind meist gentechnisch verändert, wie z.B. Soja

  • Die Futtermittel selbst sind meist stark mit Pflanzenschutzchemie belastet

  • Die Futtermittel/Kraftfutter haben die schnelle Mast der Tiere zum Ziel

Auswirkung:

  • Die Qualität des Futtermittels hat Auswirkungen auf die Gesundheit der Masttiere und damit auch auf die Gesundheit der Menschen, die sie essen

  • Soja-Monokulturen, die zum Teil auf ehemaligen Regenwald- und Grünlandflächen angelegt werden, verursachen nachhaltige Schäden in den Sojaanbauregionen, wie Erosion der Böden, potenzielle Wüstenbildung, etc.

  • Abhängigkeit von synthetischen Düngern, sowie nachhaltigen Verlust der Bodenfruchtbarkeit und der Nährstoffe

  • Mit der Bewirtschaftung gentechnisch veränderter Futtermittelpflanzen geht ein verstärkter Herbizid Einsatz einher

  • Artenverlust und verringerte Biodiversität

  • Verbreitung Glyphosat-resistenter Unkräuter

  • Die intensive Soja-Kultivierung in Südamerika führt zu extremer Land- und Einkommenskonzentration. Viele Menschen – Kleinbäuerinnen und Kleinbauern – haben kaum noch Zugang zu Land, können somit keine eigenen Lebensmittel mehr herstellen und leiden unter Hunger.

Detail:

Südamerika versorgt uns EuropäerInnen über Sojaexporte mit Eiweiß, das einen essentiellen Bestandteil der Futterrationen unserer heimischen Nutztiere darstellt. Auf der anderen Seite des Atlantiks verursacht diese Handelspraxis soziales und ökologisches Elend. Kapitalstarke Unternehmen kaufen riesige Flächen, die in – überwiegend gentechnisch veränderte – Soja-Monokulturen umgewandelt werden. Die Konsequenzen sind vertriebene und verarmte Kleinbauern und -bäuerinnen, durch massive Fehler in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erkrankte Anrainerinnen und Anrainer, mehr als zehn Millionen Hektar gerodete Regenwälder und Artensterben, deren Ausmaß weiter wächst.

 

Der Eiweißbedarf in der EU liegt derzeit bei 33 Mio. Tonnen. Der Selbstversorgungsgrad in der EU beläuft sich dabei aktuell auf 27 Prozent. Die EU importiert also mehr als 70 Prozent der für Futtermittel eingesetzten Eiweißpflanzen. Etwa 70 Prozent dieses Bedarfs an Eiweißfuttermitteln wird derzeit durch Sojabohnen und Sojaschrot – v.a. aus Brasilien, Argentinien und den USA – gedeckt. Dieser Bedarf entspricht rund 20 Prozent der weltweiten Sojaproduktion. Die weltweit stärksten Konsumenten und Importeure von Sojabohnen sind China sowie die EU, die Sojabohnen in der Höhe von 12,6 Mio. Tonnen importiert. Zusätzlich dazu wird Sojaschrot importiert. Eine Fläche von 16,5 Mio. ha Sojaanbaufläche wäre nötig, um den Sojaschrotbedarf in der EU ohne Importe decken zu können. Derzeit werden aber nur 0,5 Mio. ha Soja mit Ernten von etwa 2 Mio. Tonnen Soja angebaut. Dementsprechend niedrig – bei nur 2 Prozent – liegt der Selbstversorgungsgrad für Sojaprotein innerhalb der EU.

 

In Österreich liegt der Sojabedarf bei etwa 600.000 Tonnen, der Gesamteiweißbedarf beläuft sich auf rund 1,5 Mio. Tonnen. Mehr als die Hälfte des in der heimischen Tierproduktion verwendeten Proteins stammt aus dem Grundfutter (Grünland, Feldfutter, Silomais) und rund 15% aus Sojaimporten. Die Fläche, die für die Produktion dieser Sojaimporte beansprucht wird, entspricht rund 20 Prozent der europäischen Ackerfläche der EU.

Drei Viertel der weltweiten Anbauflächen von Sojabohnen liegen in Nord- und Südamerika.

2015 wurde in Österreich auf 56.895 Hektar Soja angebaut, 2017 rund 64.000 ha. Hauptproduktionsgebiete sind das Burgenland (18.716 Hektar), Niederösterreich (14.917 Hektar) und Oberösterreich (14.158 Hektar) (Statistik Austria 2016b). In Österreich besteht ein Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen, der Import von gewissen gentechnisch veränderten Rohstoffen – darunter auch Sojabohnen – ist allerdings zulässig (Umweltbundesamt, s. a.). Österreich importierte 2013 rund 100.000 Tonnen Sojabohnen und 450.000 Tonnen Sojaschrot.

 

Seit Mitte der 1990er Jahre stieg parallel zur Sojaproduktion auch der Anteil genmanipulierter Sorten.

Rund 80 % der weltweiten Sojaproduktion basiert derzeit auf gentechnisch veränderten Sojapflanzen Schätzungen gehen davon aus, dass auch der Anteil gentechnisch veränderten Sojas an den Gesamtsojaimporten in Österreich bei etwa 80 % liegt.