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Handelsgericht Wien

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Agro-Mafia

Situation:

  • Aktivitäten von kriminellen Organisationen im Lebensmittelbereich sind im Steigen

  • Tomaten aus China oder Schinken aus Ghana mit fraglicher Herkunft

  • Minderwertiges Öl wird parfümiert und als organisches Olivenöl verkauft

  • Gammelfleisch oder Pferdefleisch wird industriellen Nahrungsmitteln beigemengt

  • Gefälschte Lebensmittel im Wert von EUR 24,5 Mrd. stehen EU-weit in den Supermärkten zum Verkauf

  • Lebensmittel schlechter Qualität werden mit Markenetiketten versehen

Auswirkung:

  • Der Verbraucher kann den wahren Inhalt oder die Herkunft der Produkte nicht erkennen

  • Diese Lebensmittel sind meist gesundheitsschädlich

Detail:

ORF, 14.2.2019

Die Mafia mischt in Italiens Landwirtschaft aktiv mit. Die Aktivität der Mafia betrifft die gesamte Produktionskette von der Herstellung über den Transport bis zum Vertrieb und Verkauf, heißt es in einem heute veröffentlichten Berichts des Bauernverbands Coldiretti.

Das System hat in Italien längst einen eigenen Namen: Agromafia. Der Bericht meldete 2018 einen Umsatz von 24,5 Milliarden Euro, was einem Plus von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. "Diese Wachstumsrate bezeugt, dass die Agromafia nicht unter der Stagnation der italienischen Wirtschaft leidet, heißt es im Dossier.

 

Wachsende Macht

Die Agromafia wächst, obwohl 2018 54.000 Kontrollen in Landwirtschaftsunternehmen durchgeführt wurden. 17,6 Millionen Kilo Lebensmittel wurden für einen Wert von 34 Millionen Euro konfisziert. Betrug und Erpressung, falsche Etikettierungen und illegale Schlachtungen gehören zu den Methoden der vor allem im Süden des Landes aktiven Agromafia.

Laut Coldiretti wächst die Macht der Mafia auch in der Gastronomie. In Italien sind schätzungsweise rund 5.000 Lokale und Restaurants in der Hand des organisierten Verbrechens, überwiegend über Strohmänner. Auch in Rom erregen immer wieder Berichte über die starke Zunahme der organisierten Kriminalität in der Gastronomie Aufsehen.

„Landwirtschaft ist für Italien, was Erdöl für Saudi-Arabien ist. Man muss eine tiefgreifende Reform des Systems starten, um die Mafia aktiv zu bekämpfen“, sagte der italienische Innenminister Matteo Salvini bei der Vorstellung des Dossiers.

 

Artikel Wiener Zeitung 15.3.2017:

Italien will die in der Landwirtschaft und auf dem Ernährungssektor tätige "Agro-Mafia" aktiver bekämpfen. Damit sollen die Produktion von Plagiaten im Lebensmittelbereich, falsche Etikettierungen, Panschereien, sowie Betrug mit Lebensmitteln garantierter Herkunft strenger bestraft und die Gesundheit der Verbraucher besser geschützt werden. 200.000 Kontrollen führten die italienischen Sicherheitskräfte 2016 im Kampf gegen die "Agro-Mafia" durch, die im vergangenen Jahr 21,8 Milliarden Euro p.a. generierte. Das sind um 30 Prozent mehr als 2015, geht aus einem Dossier des Landwirtschaftsverbands Coldiretti hervor.

 

Laut Coldiretti wächst die Macht der Mafia auch in der Gastronomie. In Italien sind schätzungsweise rund 5.000 Lokale und Restaurants in der Hand des organisierten Verbrechens, überwiegend über Strohmänner. Auch in Rom erregen immer wieder Berichte über die starke Zunahme der organisierten Kriminalität in der Gastronomie Aufsehen.

 

Coldiretti klagte über das wachsende Phänomen Krimineller, die Landwirtschaftsbetriebe als Opfer auserkoren haben. Täglich würden Diebstähle von Landwirtschaftsmaschinen, Treibstoff und Tieren gemeldet. Oft würden ganze Ladungen von Öl, Wein, Obst und Gemüse verschwinden.